SVG Eisenbahn-Erlebniswelt Horb am Neckar
S A M M L U N G


Neue Schweizer Lokomotiven

Ae 4/7, Be 4/4 und Re 4/4 I

Primär widmet sich unser Verein FzS e.V. dem Erhalt württembergischer Lokomotiven, Trieb-, Güter- und Personwagen. Bedingt durch unsere neue Heimat an der Gäubahn zwischen Stuttgart, Horb, Singen und Zürich liegt unser Interesse in der Ausstellungslandschaft zunehmend, aber im geringen Maße, auch auf dem Erhalt von schweizerischen Lokomotiven. Bereits mit Eröffnung des Museums im Mai 2011 konnten wir die optisch aufgearbeitete elektrische Lokomotive 11401 der Baureihe Ae 6/6, die Gotthard-Lokomotive, aus Beständen von SBB Historic präsentieren.

Durch unsere guten Kontakte in die Schweiz konnten wir aus privaten Beständen im Juni 2012 drei weitere historische Lokomotiven als Dauerleihgabe übernehmen, die nun die Sammlung an Schweizer Lokomotiven komplettieren. In der SVG Eisenbahn-Erlebniswelt sehen Sie damit den größten Bestand an historischen schweizer Lokomotiven außerhalb der Eidgenossenschaft. Lokparadies Schweiz in Horb am Neckar.

Ae 4/7 - 11022

Die Ae 4/7 ist eine Universallokomotive der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit dem so genannten Buchli-Antrieb. Während Ihrer Einsatzzeit von ca. 1920 bis in die 1990er Jahre war sie für alle Streckendienste im Einsatz, bei Personen- und Güterzügen. Der Buchli-Antrieb ist ein vollabgefederter Antrieb, das heißt, jede Triebachse hat einen eigenen Motor, der im gefederten Lokkasten untergebracht ist. Das Gewicht der Fahrmotoren ist von den Rädern, welche den Stößen und Schlägen der Schienen ausgesetzt sind, vollständig entkoppelt.

Ae 4/7 11022 in Singen am 8. Juni 2012 - Foto: Markus O. Robold

Die Ae 4/7 11022 am 8. Juni 2012 in Singen (Htw). Aufnahme: Markus O. Robold


Die Lokomotive weist vier Triebachsen und drei Laufachsen auf. Zu jeder Triebachse existiert ein einzelner Fahrmotor. Das Drehmoment der Motoren wird im bewährten Buchli-Antrieb an die Achsen übertragen. Charakteristisch für den Buchli-Antrieb ist, dass auf der einen Lokhälfte, der Antriebsseite, die Räder völlig verdeckt und auf der anderen, der Apparateseite, frei einsehbar sind. Es wurden zwischen 1927 und 1934 insgesamt 127 Lokomotiven in den Dienst gestellt. Die ca. 120 Tonnen schweren Lokomotiven haben eine Länge über Puffer von 16.760 mm und haben eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.

Die übernommene Lokomotive 11022 gelang nach der Ausmusterung bei den SBB in Privatbesitz und sollte künftig mit weiteren Fahrzeugen dieser Baureihe Güterzugleistungen in der Schweiz übernehmen. Hierzu kam es aber nicht mehr.

Re 4/4 I - 10042

Mit der Re 4/4I erfolgte der Einstieg der SBB in die Ära der Drehgestelllokomotiven. Anders als die BLS Lötschbergbahn entschied sich die SBB für eine Leichtlokomotive mit nur ca. 14 Tonnen Achslast, um höhere Kurvengeschwindigkeiten ausfahren zu können.

Re 4/4 10042 in Singen am 8. Juni 2012 - Foto: Markus O. Robold

Die Re 4/4 10042 am 8. Juni 2012 in Singen (Htw). Aufnahme: Markus O. Robold


Die SBB benötigte für ihre Bedürfnisse eine Leichtschnellzuglokomotive, die die nachfolgenden Kriterien erfüllen musste:

Die statische Achslast durfte 14 t nicht überschreiten. Die Lokomotive musste auf Steigungen bis 12 Züge bis 300 t mit den gleichen Geschwindigkeiten und Fahrzeiten wie die Schnelltriebwagen befördern. Auf Steigungen bis 10 sollte ein Zug mit 480 t auf 75 km/h beschleunigt werden können, im Flachen auf 125 km/h. Eine Rekuperationsbremse musste vorhanden sein, mit der bei 38 Gefälle das Lokomotivgewicht und bei kleineren Gefällen dazu eine Teil der Anhängelast abgebremst werden konnte. Eine elektropneumatische Hüpfersteuerung mit 24 Fahr- und mindestens 8 Bremsstufen sollte eingebaut werden. Die Lokomotive musste von einem Steuerwagen oder einer zweiten Lokomotive ferngesteuert werden können. Die Lokomotive sollte betreffend des Aussehens zu den Leichtstahlwagen passen.

Eine Re 4/4 I ist 14.700 mm lang und kann auf 125 km/h beschleunigen. Es wurden im Zeitraum von 1946 bis 1951 von namhaften schweizerischen Lokherstellern 50 Exemplare gebaut.

Be 4/4 - 105

Die Be 4/4 war eine vierachsige elektrische Drehgestelllokomotive mit Einzelachsantrieb der BT (Bodensee-Toggenburg-Bahn).

Die Lokomotiven wurden bei den Ateliers de Sécheron (SAAS) in Genf bestellt, die den elektrischen Teil baute und ihren Federantrieb lieferte. Der mechanische Teil stammte von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur. Die Be 4/4 wurde nach dem Vorbild der BBÖ 1170 und der BBÖ 1170.1 entworfen, mit denen man in Österreich bereits gute Erfahrungen gemacht hatte.

Be 4/4 105 in Singen am 8. Juni 2012 - Foto: Markus O. Robold

Die Be 4/4 105 am 8. Juni 2012 in Singen (Htw). Aufnahme: Markus O. Robold


Die Be 4/4 wurde nach einem für die damalige Zeit sehr modernen Konzept gebaut. Sie waren die ersten normalspurigen Drehgestelllokomotiven mit Einzelachsantrieb in der Schweiz. Die laufachsenlose Lokomotive mit der Achsfolge B0'B0' hat zwei Drehgestelle. Jeder Radsatz wird einzeln von einem Sécheron-Hohlwellen-Federantrieb, einer Weiterentwicklung des Westinghouse-Federantriebs, angetrieben. Die vier Fahrmotoren sind vollständig in den beiden Drehgestellen untergebracht.

Die elektrische Ausrüstung wurde für eine Fahrt von Romanshorn nach Rapperswil und zurück mit einer Anhängelast von 250 Tonnen ausgelegt. Die Lokomotiven mit Hüpfersteuerung haben eine Stundenleistung von rund 1200 kW (1600 PS). Mit einem Dienstgewicht von 66 Tonnen und einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h sind sie gut geeignet für Nebenbahnen mit leichtem Oberbau.

Quelle: wikipedia.org




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